Bernsdorf

Mehrgenerationenhaus Bernsdorf

Maren Düsberg
Tel. 0163/ 3965384
duesberg@netzwerk-bernsdorf.de

Regionale Arbeitsstellen für Bildung,
Integration und Demokratie Sachsen e.V.
(RAA Sachsen e.V.)
Eisenwerkstraße 1d
02994 Bernsdorf

www.netzwerk-bernsdorf.de

 

 

Das Projekt Spielplatzschule

Implementierung niedrigschwelliger Beratung durch Laien im informellen Rahmen

Die Spielplatzschule geht vom Grundsatz niedrigschwelliger Beratung im informellen Rahmen aus. In einer von Freizeitbeschäftigung geprägten Umgebung – einem Spielplatz – wird Eltern die Möglichkeit gegeben, sich mit anderen Eltern und Großeltern auszutauschen. Ein markierter Ort mit Sitzmöglichkeiten steht zur Verfügung, um Fragen der Erziehung, rechtliche und finanzielle Fragen zu stellen und zu klären sowie Fördermöglichkeiten für Kinder und Beratungsangebote kennenzulernen. Hierbei wird auf die Kompetenz von Laien, beispielsweise Großeltern und Eltern größerer Kinder gesetzt. Fachliche Expertise von Fachkräften, also Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen, kann bei Bedarf hinzugezogen werden. Ein zentraler Aspekt ist die Nutzung der Lebenserfahrungen und praktischen Kompetenzen Älterer. Ebenso wichtig ist jedoch die Förderung der Entwicklung derjenigen Eltern, die zunächst hilfesuchend die Spielplatzschule nutzen. Sie können langfristig von Ratsuchenden zu Beratern werden und so Selbstsicherheit in der Elternrolle gewinnen.

 

Mobiles Informationsmaterial und aktivierende Instrumente

Die Spielplatzschule arbeitet mit einer Materialsammlung, die mit unterschiedlichen Methoden die Beantwortung konkreter Fragen, aber auch die Beteiligung von Ehrenamtlichen und Hilfesuchenden ermöglicht.

Es entstanden Fächermappen zu den Oberthemen

  • „Allgemeines“ – enthält allgemeine Informationen zu Beratungs- und Begegnungsorten, Einrichtungen, Ansprechpartner_innen vor Ort, außerdem Flyer zu übergeordneten Themen
  • „Hilfe & Beratung“ – enthält Informationen zu Erziehung, Gesundheit, Beratungsstellen
  • „Leben & Lernen“ – enthält Informationen zu Spielen, Liedern, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen

Das Material gliedert sich jeweils in drei Unterrubriken:

  • Flyer und Broschüren externer Anbieter der Region (z. B. Beratungsstellen, Ansprechpartner_innen in der Verwaltung, Tagesmütter, Ausflugsziele, Portfolio der Bildungseinrichtungen, …)
  • Literaturliste von Büchern (Erziehungsratgeber, Kochbücher, Spiele- und Liedersammlungen, Erfahrungsberichte, …)
  • Eigene Erfahrungen der Freiwilligen (z. B. Spielideen, Bastelvorschläge, Erfahrungen in der Kinderpflege, Lieder, …)

Hinzu kommt die Möglichkeit, mitzugestalten. Für jede Rubrik liegen Wunschzettel bereit, in die Ratsuchende ihre Fragen und Themenwünsche schreiben können. In den Unterrubriken besteht die Möglichkeit, dass sowohl die Freiwilligen wie auch die Ratsuchenden Ergänzungen vornehmen können.

 

Ehrenamtliche mit Lebenserfahrung als generationsübergreifende Ratgeber

Die Spielplatzschule will vorrangig diejenigen Erziehenden erreichen, die klassische Familienbildung in Form von Fortbildungen, Kursen und professionellen Beratungsstellen nicht in Anspruch nehmen. Daher sieht das Konzept vor, erfahrene Eltern und Großeltern mit hoher Alltagskompetenz zu gewinnen, die auf der Ebene nachbarschaftlicher Hilfestellung Tipps zu Kindererziehung, Förderung, Gesundheit und Freizeitgestaltung geben können. Diese niedrigschwelligen Beratungsprozesse sollen durch weiterführendes Informationsmaterial flankiert werden, das vor Ort einsehbar ist. Des Weiteren ist es notwendig, Beratungen in professionelle Strukturen überführen zu können, falls notwendig.

Wichtig ist es, den Ehrenamtlichen zu verdeutlichen, dass ihre Alltagskompetenz als wertvolles Gut wahrgenommen wird und Grundlage der erfolgreichen Arbeit ist. Ein  Einführungsworkshop dient vor allem dazu, die besonderen Fähigkeiten erfahrener Mütter und Großmütter als Qualität herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, dass diese Kompetenzen in einigen Familien nicht oder nur in geringerem Maße vorhanden sind.

Die Ehrenamtlichen erhalten regelmäßig die Möglichkeit, ihre Arbeit mit einer Fachkraft zu reflektieren und darüber zu entscheiden, ob eine Situation in professionelle Beratungsstrukturen überführt werden muss.

 

RAA Sachsen e.V.

Die RAA Sachsen e.V. hat sich als landesweiter Träger zur Aufgabe gemacht, eine demokratische und tolerante Gesellschaft zu fördern. Dies betreiben wir aktiv in den Arbeitsbereichen Intergeneratives, Jugend am Übergang Schule – Beruf, Opferberatung für Opfer rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt, Gemeinwesenentwicklung und Peer Leadership Training Sachsen auf der praktischen und der politischen Ebene. Mit einem multiprofessionellen Team reagieren wir auf gesellschaftliche Prozesse, geben Denkanstöße und stehen als Partner für Kinder und Jugendliche, Fachkräfte der sozialen Arbeit, Opfer menschenfeindlichen Verhaltens, Schulen, gesellschaftliche Initiativen, Politik und weitere interessierte Menschen zur Verfügung. Die RAA Sachsen e.V. versteht sich selbst als Initiator, Motor, Berater, Helfer und Unterstützer.

Das 2007 eröffnete Mehrgenerationenhaus in Bernsdorf ist als Anlaufstelle für alle Bürger der näheren und weiteren Umgebung konzipiert und auf die regionalen Bedürfnisse und Besonderheiten abgestimmt. Das Haus ist offen für alle, die sich gern austauschen, sich bilden und ihre Freizeit interessant gestalten möchten – aktiv oder passiv. Im MGH können sich Bürger und Bürgerinnen aller Generationen zwanglos in der gemütlichen Kaffee-Ecke treffen und miteinander ins Gespräch kommen. Bei Veranstaltungen wie dem Frauen- oder Männertreff, dem Seniorencafé, dem Frühlingsfest oder der Spielplatzschule kommen sich Alt und Jung durch gemeinsame Aktionen näher. Für alle, die einen Gesprächspartner in Problemlagen benötigen, bietet das Haus verschiedene Beratungsangebote. Begegnung geschieht jedoch auch und vor allem durch das freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die auf diese Weise ihre Fähigkeiten für Andere einbringen können. Das MGH bietet im Rahmen einer Freizeitakademie unterschiedlichste Kurse an. Auch hier gibt es, zum Beispiel in PC-Kursen oder Handysprechstunden ein Treffen der Generationen. Und bei der Bandbreite von Angeboten – von Technik-Kursen über Sprach- und Musiklehrgänge, Kreativzirkel und Sportgruppen –  hat Jeder und Jede die Möglichkeit, das für sich passende Angebot heraus zu suchen. Das Lehrpersonal setzt sich aus professionellen Kursleitern, Honorarkräften und Laien zusammen. Sinnvolle Freizeitgestaltung wird im MGH groß geschrieben. Die Angebote des Jugendtreffs bieten hier von Sportangeboten, PC-Nutzung und -einführung, Kreativangeboten, Aktionstagen und Projekten eine breite Palette. Das Außengelände lädt zum Spielen, Kaffeetrinken, Sporttreiben, Grillen und Beisammensein ein. Das MGH erstellt eine Reihe von Tourismusinformationen, so dass man hier oder in der „Außenstelle“ Stadt-Info Anregungen für Erkundungen in der Umgebung erhält. Der Trägerverbund, der die Koordination des MGH übernimmt, besteht aus der Stadt Bernsdorf, der Euro-Schulen Hoyerswerda GmbH und der RAA Sachsen e.V., die seit 2012 der Hauptträger des Hauses ist. Damit arbeiten die Kommune, ein privater Bildungsträger und ein freier Träger im sozialen und Bildungsbereich eng zusammen. Die Erfahrung und die Ressourcen des Trägerverbundes ergeben die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und auf unterschiedlichen Gebieten qualitativ hochwertige Angebote zu machen.